Weiterbildung bei COVID-19-Kurzarbeit

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Viele befinden sich derzeit in Phase 3 der COVID-19-Kurzarbeit, die von Anfang Oktober 2020 bis spätestens Ende März 2021 dauert. Die Kurzarbeit ist – bei allen negativen Folgen von Corona – auch eine Chance: Denn es bleibt auch mehr Zeit für Weiterbildung – bei einer Arbeitszeit von 30 bis 80 Prozent der Normalarbeitszeit. 

Das Arbeitsmarktservice (AMS) fördert mit bis zu 60 Prozent die Kosten der Qualifizierung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in COVID-19-Kurzarbeit. Für Arbeitnehmer/innen ist eine Bereitschaft zur Weiterbildung in der Nicht-Arbeitszeit sogar verpflichtend. Förderbar sind nur Schulungsleistungen, die vom Arbeitgeber beauftragt und diesem in Rechnung gestellt werden. 

Hier finden Sie alle Infos zur AMS-Schulungskostenbeihilfe.

Inhaltliche Regelungen:

  • Förderbar sind alle Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber mit einem bereits genehmigten COVID-19-Kurzarbeitsprojekt mit Beginn ab 1.10.2020.
  • Förderbarer Personenkreis: kurzarbeitende Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen - Lehrlinge in KUA sind von RL ausgenommen (Lösung über Lehrlingsstellen in Arbeit).
  • Förderbar sind nur Schulungsleistungen, die vom Arbeitgebern beauftragt und diesem in Rechnung gestellt werden.
  • Förderbare Kosten umfassen Kursgebühren, die von externen Schulungseinrichtungen in Rechnung gestellt werden (inklusive Prüfungsgebühren und Schulungsunterlagen) sowie Honorare von externen Trainerinnen/Trainern (z.B. bei unternehmensintern organisierten Kursen).
  • Nicht förderbar sind Beratungskosten, Reisekosten, Unterbringungskosten sowie anfallende Spesen/Taggelder der Teilnehmer.
  • Förderbare Schulungen sind arbeitsmarktbezogen, dauern mindestens 16 Maßnahmenstunden (à 60 Min inkl. Pause), sind überbetrieblich verwertbar und liegen innerhalb des COVID-19-Kurzarbeitszeitraums (1.10-2020–31.3.2021).
  • Nicht förderbar sind:
    o ordentliche Studien und postgraduate Studien an Universitäten einschließlich Privatuniversitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen. Die Förderung aller anderen Ausbildungen an einer Lehranstalt, deren Lehrprogramme zu staatlich anerkannten Lehrzielen führen, wird vom AMS Verwaltungsrat gemäß § 34 Abs. 6 AMSG für zulässig erklärt. 
    o Meetings, Tagungen, Konferenzen, Kongresse und Symposien
    o reine Produktschulungen
    o nicht arbeitsmarktorientierte Schulungen (z.B. Hobbykurse)
    o Schulungen, die reine Anlernqualifikationen für einfache Tätigkeiten vermitteln (z.B. einfache Einschulungen an Maschinen)
    o Schulungen mit einer Dauer von weniger als 16 Maßnahmenstunden. Der Begriff „Schulungen“ umfasst auch zu einem sinnvollen Maßnahmenpaket zusammen gefasste Einzelmaßnahmen. 
    o Individualcoaching
  • Die in Aussicht genommenen Schulungen sind so detailliert wie möglich zu beschreiben.
  • Förderhöhe: 60% der anerkennbaren Schulungskosten 
  • Eine Kostenbeteiligung der Arbeitnehmer/innen ist nicht zulässig. 
  • Antragstellungen der Unternehmen werden voraussichtlich ab 16.11.2020 möglich sein. Durch die rückwirkende Möglichkeit der Antragstellung sind auch Schulungen förderbar, die bereits vor der Antragstellung ab 1.10.2020 beginnen.
St. Pölten, 27.10.2020